Selbstfürsorge: Wie sorge ich gut für mich?

Selbstfürsorge: Wie sorge ich gut für mich?

Es gibt immer mal wieder Phasen im Leben, da ist Selbstfürsorge ganz besonders wichtig. Natürlich ist sie IMMER wichtig – ganz klar. Aber wie gesagt, manchmal musst du richtig gut für dich selbst sorgen, um zu überleben. Okay, das hört sich vielleicht jetzt ein bisschen übertrieben an. Aber vielleicht warst du auch schon mal in einer Situation, wo du dir von niemandem Hilfe holen konntest. Nur du alleine bleibst übrig. Also musst du alles tun, um dich selbst wieder in deine Kraft zu bringen. Quasi dein eigener Fels in der Brandung sein. Und darum geht es in diesem Artikel.

Was bedeutet eigentlich Selbstfürsorge?

Ich habe den Begriff Selbstfürsorge mal bei Tante Google eingegeben. Es kamen 1.060.000 Einträge. Eigentlich gar nicht so viel. Im Vergleich hatte ich einfach mal den Begriff Autorennen eingegeben: Da waren es schon 1.650.000 Einträge. Schon interessant: Zu Autorennen gibt es mehr Infos als zur Selbstfürsorge.

Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass die meisten eher nach Selbstliebe schauen. Da gibt es nämlich 7.720.000 Einträge. Ich würde mal sagen, Selbstfürsorge und Selbstliebe gehören in die gleiche Kategorie und sind somit sehr gefragt. Es ist also etwas, nach dem viele Menschen suchen.

Aber was ist nun darunter zu verstehen?

Selbstfürsorge bedeutet, dass du auf deine eigenen Gefühle und Bedürfnisse achten sollst. Und dass du mit deinen Ressourcen, also deinen Kraftquellen, sorgsam umgehen sollst. Dass du dich nicht verausgabst. Dass du deine eigenen Bedürfnisse nicht denen der anderen unterordnest.

Ganz einfach also: Selbstfürsorge = Sorge selbst für dich.

Wie kannst du gut für dich sorgen?

Gut für dich selbst sorgen – das klingt so banal. So einfach. Aber das ist es sehr oft nicht. Manchmal passiert es, dass wir uns selbst verlieren. Und es noch nicht einmal merken. Und dann kommt der große Knall – und du stehst da, und weißt nicht mehr, was hinten und vorne ist. Und genau dann kommt deine Selbstfürsorge wieder ins Spiel. (Die du vielleicht vorher komplett vergessen hast.)

Nachfolgend findest du nun ein paar Tipps, wie du das ganze Jahr Selbstfürsorge betreiben kannst.

Deine Bedürfnisse

Achte auf deine Bedürfnisse (und kommuniziere sie auch).

Es ist schön, wenn du bestimmte Bedürfnisse hast. Es nützt dir aber wenig, wenn niemand davon weiß. Stell‘ dir vor, du wärst heute besonders kuschelbedürftig. Wenn du das deinem Partner*in nicht sagst, kann er/sie das natürlich nicht riechen. Hol‘ dir das, was du brauchst. Fordere es aktiv ein.

Wenn du gerade deine Ruhe haben möchtest, dann stelle das klar. Vielleicht brauchst du einfach ein paar Minuten oder auch eine längere Pause. Auszeit von allem. Wenn deine Umgebung das weiß, kann sie auch entsprechend reagieren. Und du kannst deine Ruhezeit entspannt genießen. Deinen Kopf wieder klar bekommen. Neue Energie auftanken. Davon profitieren auch die anderen.

Wenn du eine Ernährungsumstellung vornehmen möchtest, dann teile es allen mit. Sage ihnen, was du essen möchtest und was nicht. Gerne kannst du bei der Familie Kompromisse eingehen. Du kannst es so handhaben, dass jeder sich dabei wohlfühlt. Beispiel: Wenn du dich ketogen ernähren möchtest, kannst du ketogen kochen und für die anderen Kohlenhydrate separat reichen, zum Beispiel Nudeln für die anderen noch dazu.

Du fragst dich gerade, was ketogen ist? Hier meine Leseempfehlung: Ketogene Ernährung: Das solltest du wissen

Deine Probleme

Aus Problemen Herausforderungen machen (und nicht im Tal der Tränen versinken).

Jammern und in Tränen versinken nützt leider nichts. Ganz im Gegenteil. Deine ganze Energie geht flöten. Und die könntest du eigentlich dringender woanders gebrauchen.

Probleme sind echt zum k…, egal, ob sie nun klein oder groß sind. Aber in der Regel wird sie niemand für dich lösen. Also bist du selbst gefragt. Ein erster Schritt für deine Selbstfürsorge könnte sein, dass du dein Mindset, also deine innere Einstellung, dazu änderst. Das Problem fühlt sich dann irgendwie anders an. Du machst also aus einem Problem eine Herausforderung. Und dann schaust du, wie du am einfachsten damit umgehen kannst.

Du könntest beispielsweise jemanden um Hilfe bitten. Oder du schaust, was du als erstes machen kannst, um hier zu einer Lösung zu kommen. Das ist wie einen Berg besteigen. Du machst ja auch keinen Sprung und bist direkt oben. Nein, du legst Stück für Stück zurück. Und so kannst du auch deine Herausforderung angehen.

Lerne daraus, damit du auf ähnliche Situationen zukünftig vorbereitet bist.

Eins noch: Denke aber auch daran, dass nicht alle Probleme DEINE Probleme sind. Zur Selbstfürsorge gehört auch, dass du dich abgrenzt. Dass du nicht alles auf dich abladen lässt. Dass du auch öfters mal Nein sagst.

Meine Leseempfehlung: Zehn Tipps wie du NEIN sagen kannst

Deine Besinnung

Dich auf dich selbst besinnen (und nicht auf andere verlassen).

Für deine Selbstfürsorge musst DU aktiv etwas tun. Du kannst nicht erwarten, dass sich andere für dich darum kümmern. Selbstverständlich ist es wunderschön, wenn jemand anderes etwas Gutes für dich tut. Aber darauf solltest du dich nicht verlassen. Oftmals ist es so, dass du von anderen gefordert wirst, beispielsweise von deiner Familie. Das meint keiner böse. Aber es zehrt an deiner Energie. Deswegen: Lade deine Energie regelmäßig auf.

Schaffe dir beispielsweise kleine Rituale, die dir Kraft geben. Ich verrate dir auch gerne mein Ritual, welches mir schon seit über 25 Jahren Kraft gibt: Ich gehe jeden Morgen nach dem Aufstehen zuerst eine halbe Stunde mit meinen Hunden in den Wald. Das ist mein Kraftort, meine Kraftquelle. Dort kann ich Energie für den Tag auftanken. Andere machen zum Beispiel Yoga am frühen Morgen. Oder meditieren. Viele trinken morgens gerne in Ruhe eine Tasse Kaffee oder Tee und lesen beispielsweise die Zeitung dazu.

Und dann sind da noch die kleinen Momente für Zwischendurch. Einfach mal eine Atemübung machen. Dir Zeit für dein Mittagessen nehmen und es nicht nebenbei herunterschlingen. Zehn Minuten spazieren gehen. Ein paar Seiten in einem guten Buch lesen. Dich einfach mal räkeln und strecken.

Deine Ressourcen

Werde dir deiner Ressourcen bewusst (Was sind deine Stärken?).

Wenn du gut für dich selbst sorgen möchtest, dann solltest du dir auch deiner Ressourcen, deiner Kraftquellen, bewusst sein.

Ich erlebe es immer wieder, dass sich viele Menschen auf das konzentrieren, was sie nicht gut können. Also auf ihre Schwächen. Dadurch werden sie aber auch nicht unbedingt besser. Viel einfacher und vor allem auch effektiver ist es, sich auf deine Stärken zu konzentrieren. Darauf, worin du sowieso schon gut bist. Wenn du dir deiner Stärken noch nicht richtig bewusst bist, dann schaue zuerst einmal danach. Nimm dir dazu gerne einen Block und einen Stift und fange an zu schreiben.

  • Worin bist du gut?
  • Was geht dir leicht von der Hand?
  • Wofür wirst du von anderen gelobt?

Auf diese Art und Weise lernst du auch, dich und deine Fähigkeiten realistisch einzuschätzen.

Hier habe ich ein kleines Schaubild für dich erstellt, was beispielsweise zu deinen Ressourcen zählt:

  • Positives Lebensmodell
  • Optimismus
  • Realistische Selbsteinschätzung
  • Klare Visionen & Ziele
  • Soziale Beziehungen
Ressourcen sind wichtig für deine Selbstfürsorge
Vertraue auf deine Stärken und nutze deine Ressourcen

Mache dir auch hierzu gerne ein paar schriftliche Gedanken. Du wirst feststellen, es steckt viel mehr in dir, als du dir im ersten Moment vorstellen kannst.

Deine Ressourcen, deine Stärken, findest du vor allem in dir selbst. Aber auch in deinem Umfeld, beispielsweise in einer guten Beziehung. Ein Mensch, der dir den Rücken stärkt, dir auch mal den Rücken freihält oder einfach nur für dich da ist.

So löst du deine Blockaden

Blockaden können schon ganz früh in der Kindheit entstehen. Jedoch durchaus auch viel später. Wenn du deine Blockaden gelöst bekommst, fühlst du dich viel freier. Sicherer. Selbstbewusster.

Es macht also durchaus Sinn, mal nach deinen Blockaden zu schauen. Auch das ist eine Form von Selbstfürsorge. Blockaden müssen nicht immer etwas Dramatisches sein. Ganz im Gegenteil. Oft sind es viele kleine Dinge, die uns blockieren. Und genau diesen Dingen kannst du auch oft selbst auf den Grund gehen. Dazu habe ich zwei verschiedene Mini-Kurse erstellt.

Selbstcoaching-Tool Emotionales Lebensrad
Emotionales Lebensrad als Selbstcoaching-Tool

Selbstcoaching-Tool „Emotionales Lebensrad“: Finde heraus, welcher Bereich in deinem Leben sich im Ungleichgewicht befindet und dich unzufrieden macht. Und dann fang an, es zu verändern.

5-tägiger Email-Workshop „Liebe dich selbst“: Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben, also behandle dich auch so! Mit diesem Workshop kommst du einen großen Schritt weiter.

Was haben andere davon?

Was macht das mit dir und was haben andere davon?

In erster Linie geht es natürlich um dich. Wenn du jedoch gut für dich sorgst, macht das auch etwas mit deinem Umfeld.

Stell dir vor, du warst vorher unglücklich und unzufrieden mit deinem Leben. Genau das hast du natürlich auch nach außen transportiert. Wenn vielleicht auch nur unbewusst. Und dein Umfeld reagiert entsprechend darauf.

Nun ändert sich jedoch alles. Du bist mit dir selbst im Reinen. Plötzlich stehst du morgens auf und lächelst dich bereits im Spiegel an. Du gehst fröhlich pfeifend in die Küche und bereitest dir einen Kaffee oder Tee zu. Du kommst gutgelaunt zur Arbeit. Abends bist du nicht genervt, sondern spielst noch mit den Kindern oder gehst vielleicht einfach mal wieder zum Sport.

Alle anderen nehmen deine Veränderung wahr. Sie werden positiv darauf reagieren und dich widerspiegeln. Dir geht es also gut und allen anderen geht es dann auch gut. Oder zumindest mal besser. Ein guter Anfang, oder?

Fazit

Selbstfürsorge hat ganz viele Facetten. Es kann jedoch nur etwas daraus werden, wenn du dich selbst wichtig nimmst. Dass dir klar wird, dass es DEINE Aufgabe ist, gut für dich zu sorgen. Stündlich. Täglich. Jederzeit.

♥ ♥ ♥

Ich bin gespannt, wie dir dieser Artikel gefallen hat und würde mich sehr über einen Kommentar von dir freuen.

Liebe Grüsse, Silvia

PS: Mein Anlass, diesen Blogartikel zu schreiben, war die Einladung von Anna Koschinski zu ihrer Blogparade #SelbstfürsorgeStärken. Hier kannst du weitere Blogartikel lesen zum Thema „So wichtig ist Selbstfürsorge! Meine besten Tipps“.

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Bildnachweis: eigene Bilder, Bild Lebensrad von Canva Pro

10 YOGA-Mythen

Yoga

Yoga ist eigentlich eine philosophische Lehre, die aus Indien stammt. Im Prinzip geht es darum, Körper, Geist und Seele zu einer Einheit zu verbinden und ein Leben in Balance zu führen. Interessanterweise halten sich hartnäckig verschiedene Yoga-Mythen, mit denen ich hier aufräumen möchte.

Yoga liegt in den westlichen Ländern schon seit vielen Jahren im Trend. Manchmal habe ich das Gefühl, es wird immer mehr statt weniger. Immer mehr Yoga-Studios schießen aus dem Boden, aber die Nachfrage ist immer noch größer als das Angebot. Ich selbst hatte früher neun Yogakurse pro Woche gegeben bis ich gemerkt hatte, dass ich dadurch völlig ausgelaugt wurde. Inzwischen gebe ich nur noch drei Yogakurse pro Woche und habe mir Unterstützung von weiteren Yogalehrerinnen geholt. Zusätzlich gibt es bei uns Yoga-Workshops und Seminare.

Manche sehen Yoga als eine Sportart an, aber das ist nicht meine Einstellung. Yoga dient meiner Meinung nach dazu, Ruhe und Entspannung zu finden. Und somit wieder zu deinem inneren Gleichgewicht zu gelangen.

Zu Yoga gibt es sehr unterschiedliche Meinungen und Mythen. So manche davon konnte ich in meinen Kursen schon ausräumen. Manche Menschen haben regelrecht Vorurteile gegen Yoga. Teilweise kann ich das sehr gut verstehen. Denn Yoga wird marketingtechnisch manchmal als etwas völlig anderes dargestellt als es eigentlich ist. Ich habe mal die zehn am häufigsten genannten Gründe zusammengestellt, warum Yoga nichts für dich ist. Und warum du das aber auch ganz anders sehen kannst.

Mythos 1: Yoga ist nur für schlanke Menschen.

Diesen Mythos kann ich sogar verstehen. Jedes Mal, wenn ich mir eine Yoga-Zeitschrift anschaue, befinden sich auf dem Titelbild superschlanke Menschen. Ich bin nicht superschlank. Das werde ich wohl auch nie sein. Das ist aber auch gar nicht mein Ziel. Mein Ziel ist es, Yoga für alle Menschen zugängig zu machen. In meinen Kursen sind ganz viele Frauen, die wohlgerundet sind. Und sie alle lieben mein Yoga. Und wenn eine Übung mal nicht so klappt, dann gibt es genügend Hilfsmittel wie beispielsweise Gurte, Blöcke und verschiedene Kissen.

Fazit: Yoga ist für alle Menschen, egal ob dick oder dünn. Es kommt auf die Art der Übungen und die Möglichkeiten der Hilfsmittel an.

Yoga-Props
mögliche Hilfsmittel im Yoga

Mythos 2: Für Yoga musst du beweglich sein.

Oh weh, dann hätte ich niemals mit Yoga anfangen dürfen. Ich bin nach all den Jahren Yoga immer noch steif wie ein Brett. Aber mal ganz ehrlich, ich möchte gar nicht wissen, WIE steif ich wäre, wenn ich kein Yoga machen würde.

Kleines Beispiel: Diese Geschichte ist schon einige Jahre alt, aber ich erzähle sie auch in meinen Kursen immer wieder. Es geschah in meinem Sommer-Yogakurs. Wir machten zusammen den Hund. Eine Teilnehmerin, die normalerweise in einem anderen Yogakurs ist, meinte, dass sie normalerweise im Hund die Fersen auf den Boden stellen würden. Ich musste lachen und antwortete ihr: „Bei uns normalerweise auch. Wenn du das kannst, kannst du es gerne machen. Ich kann es nicht.“ Das war vielleicht ein Gelächter. Meine Muskeln, Sehnen und Bänder meiner Beinrückseite sind so stark verkürzt, dass ich niemals mit den Fersen auf den Boden kommen werde. Aber was soll´s. Ich mache dann den Hund auf meine Art und Weise. Und mindestens 90 Prozent meiner Teilnehmerinnen können auch die Fersen nicht auf den Boden stellen.

Fazit: Für Yoga musst du nicht beweglich sein. Du machst Yoga bestmöglich. Dabei ist es ganz egal, ob deine Mattennachbarin höher, weiter oder länger ist. Du achtest nur auf dich selbst. In meinen Augen ist es einfach nur wichtig, dass du dich wohlfühlst und etwas Gutes für dich selbst tust.

Mythos 3: Yoga ist überhaupt nicht anstrengend.

Eine ähnliche Aussage ist: Da liegt man nur auf der Matte rum. Dies sind Aussagen, die von mehreren Blickwinkeln beleuchtet werden können. Ein wichtiger Punkt hierbei ist, dass es ganz verschiedene Yoga-Stile gibt. In manchen wird Yoga eher wie eine Sportart betrieben und kann ganz schön schweißtreibend sein. Ich hatte schon einige Teilnehmerinnen, die sich bei mir viel wohler gefühlt hatten als bei ihrem vorigen Yogalehrer, da mein Yogastil viel sanfter ist. Ich mache beispielsweise keine zehn Sonnengrüße hintereinander. Das würde ich gar nicht schaffen. Vorher würde ich wahrscheinlich umfallen. ?

Und da kommt auch schon der nächste Punkt ins Spiel: Jede Yogalehrerin/jeder Yogalehrer ist anders. Manche mögen es sportlich-dynamisch, ich beispielsweise eher ruhig und sanft. Aber es gibt einige Yogalehrer/-innen, die noch ein weitaus sanfteres Yoga als ich machen. Um einen Yogastil kennenzulernen, empfiehlt sich beispielsweise vorher mal einen Workshop bei der jeweiligen Yogalehrerin zu machen. Dies sind nur wenige Stunden, aber du weißt hinterher, ob dir dieser Stil zusagt oder nicht.

Meine Teilnehmerinnen haben auch ab und zu mal Muskelkater. Ich versuche zwar möglichst, dies zu vermeiden, aber manchmal trainieren wir eben auch Muskeln, von denen vorher keine wusste, dass sie diese überhaupt hat.

Fazit: Yoga kann, muss aber nicht anstrengend sein. Es kommt auf den Yogastil und die Yogalehrerin an. Bitte vorher abklären, ob der angebotene Kurs etwas für dich ist.

Mythos 4: Yogis singen ständig OM.

Es gibt bestimmt Yogalehrende und Yogausführende, denen das OM sehr wichtig ist. Die Aussage „Singen ständig OM.“ steht für mich hier allgemein für alle Mantras. Ich selbst habe nie gelernt Mantras zu singen. Ich finde sie schön. Aber zu meiner Yogastunde gehören sie nicht dazu. Meine Teilnehmerinnen finden auch nicht wirklich Gefallen daran. Meine Kollegin Katja wiederum liebt Mantras. Und sie erfreut auch ganz oft ihre Kursteilnehmerinnen damit. Sie lehrt eher ein östliches Yoga und ich ein westliches.

Wenn ich mit meinen Teilnehmern töne oder singe, steht meistens ein medizinischer Grund dahinter. Ich erkläre dann genau, warum und wieso wir dies machen. Und welche gesundheitlichen Vorteile dies hat. Dann sind die Teilnehmer auch offen dafür.

Fazit: Yoga muss nicht unbedingt mit OM verknüpft sein. Auch hier kannst du vorher mit deiner Yogalehrerin abklären, welche Stilrichtung sie lehrt.

Mythos 5: Yoga ist eine Sekte.

Vielleicht fragst du dich auch, ob Yoga nicht vielleicht eine Sekte ist und du dort einer Gehirnwäsche unterzogen wirst. Ich muss gestehen, ich kenne mich nicht mit Sekten aus. Aber bei manchen Yogaausbildungsinstituten drängt sich mir auch der Gedanke auf. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Bei normalen Yogakursen gehe ich mal davon aus, dass die meisten Yogalehrer/-innen nichts mit einer Sekte am Hut haben. Falls doch, wirst du das aber schnell merken. Am einfachsten ist immer, mal Leute zu fragen, die bereits in diesem Yogakurs oder bei dieser Yogalehrerin sind.

Erkennbar wird es beispielsweise auch an deren Wortwahl, Vorschriften und Ansichten. Heute hast du quasi immer die Möglichkeit, dich im Internet ausführlich über das jeweilige Yogastudio zu informieren. Die meisten haben eine Webseite und/oder sind auf Social Media vertreten. Dort kannst du dir Blogartikel durchlesen, Videos anschauen, etc. und dir damit schon einen ersten Überblick verschaffen.

Fazit: Die Gefahr einer Sekte ist hier eher gering. Wenn du dir unsicher bist, befrage andere Teilnehmer und/oder informiere dich im Internet.

Mythos 6: Yoga ist nichts für (echte) Männer.

Ursprünglich wurde Yoga von Männern entwickelt. Dennoch ist in den westlichen Ländern Yoga fest in weiblicher Hand. Es gibt deutlich mehr weibliche als männliche Teilnehmer. Bei mir ist das auch nicht anders. Auf zehn Frauen kommen vielleicht mal ein Mann. Außerdem gibt es bei mir auch spezielle Workshops und Seminare nur für Frauen.

Viele Männer sind der Meinung, Yoga wäre nur etwas für schwule Männer. Und dass Yoga ja nur Larifari wäre. Interessant ist jedoch, wie schnell die Männer ihre Meinung ändern, wenn sie das erste Mal im Kurs waren. Männer haben komischerweise oft eine sehr merkwürdige Vorstellung von Yoga.

Mir ist aufgefallen, dass es meistens einen großen Unterschied bei Männern und Frauen gibt: die Frauen sind besser gedehnt, dafür haben die Männer mehr Muskelkraft. Dies zeigt sich auch deutlich bei den einzelnen Übungen.

Um den Einstieg für Männer zu erleichtern, gibt es bei uns auch immer mal wieder entsprechende Workshops wie beispielsweise „Yoga für Paare“ oder „Yoga für Männer“.

Fazit: Yoga wird von den Männern oft verkannt. Wenn sie jedoch einmal damit in Berührung gekommen sind, revidieren sie sehr schnell ihre Meinung.

Mythos 7: Wer Yoga macht, wird nicht krank.

Sagen wir mal so: Als Yogi ist man oft nicht so anfällig wie Nicht-Yogis. Das liegt aber nicht nur am Yoga, sondern daran, dass Yogis im Allgemeinen etwas bewusster leben. Viele achten auf eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Ausgleichsphasen und ausreichend Schlaf.

Dennoch kann ein Yogi natürlich auch krank werden. Vor zwei Jahren hatte ich mir mal wieder so eine richtig kräftige Erkältung eingefangen. Daran war ich aber selbst schuld. Der Witz dabei ist, dass es mir während der Yogastunde passiert ist. Ich war nicht achtsam. Ich habe mich mitten in den Durchzug gestellt, obwohl ich genau weiß, dass das bei mir übel ausgeht. Und so war es dann auch. Ich hatte tagelang keine Stimme mehr. Gott sei Dank hatte ich vieles von mir schon als Audio aufgenommen, so dass ich dies meinen Teilnehmern einfach nur vorspielen musste.

Wer Yoga macht, achtet sich selbst. Denn du machst ja einen Yogakurs, um deinem Körper, deinem Geist und deiner Seele etwas Gutes zu tun. Und du lernst Übungen wie beispielsweise Atemübungen, die du jederzeit im Alltag einsetzen kannst, wenn mal wieder Not am Mann ist. Oder natürlich auch gerne vorbeugend.

Leseempfehlung: Verschiedene Atemtechniken

Fazit: Nicht das Yoga ist es, was gesünder macht, sondern die eigene Wertschätzung und das bewusstere Leben. Wenn du als Yogi alles andere ignorierst, wird dir auch Yoga wenig helfen.

einfacher Drehsitz
Drehsitz

Mythos 8: Yogis ernähren sich vegan.

Also mal ganz ehrlich: Ich ernähre mich noch nicht einmal vegetarisch. Zumindest nicht immer. Ich esse gerne mal vegetarisch und auch mal vegan. Aber nicht auf Dauer. Ich bin kein großer Fleischesser, Wurst fast gar nicht. Aber so ein bisschen brauche ich schon.

Yogi zu sein bedeutet nicht, dass du auch vegan sein musst. Du kannst es natürlich, wenn du möchtest. Aber es ist bei Weitem keine Verpflichtung.

Ayurveda und Yoga sind ja oft miteinander verbunden. Und auch in der ayurvedischen Küche gibt es Fleisch. Ich halte mich bei meiner Ernährungsweise an die Regel: Qualität geht vor Quantität. Lieber esse ich nur wenig Fleisch, aber dafür qualitativ hochwertiges und für mich ethisch vertretbares.

Fazit: Wer Yoga praktiziert, muss kein Vegetarier oder Veganer sein. Auch hier geht es einzig und allein darum, das zu tun, was du mit deinem eigenen Gewissen vereinbaren kannst.

Mythos 9: Yogis sind immer tiefenentspannt.

Schön wäre es. Aber ganz so einfach ist es nun doch wieder nicht. Hier ist es so ähnlich wie mit der Gesundheit: Es kommt auf deine gesamte Lebensweise an und nicht, ob du einmal die Woche zum Yoga gehst. Yoga hilft dir dabei, entspannter mit bestimmten Situationen umzugehen. Um dies zu erreichen, solltest du jedoch Yoga in deinen Alltag integrieren und nicht nur einmal pro Woche machen.

Leseempfehlung: Wie sich Stress auf dein Leben auswirkt

Fazit: Auch Yogis können sehr wohl gestresst sein. Der Unterschied ist, dass praktizierende Yogis meist sehr gut damit umgehen können.

Mythos 10: Ich habe keine Zeit für Yoga.

Und hiermit bin ich auch beim letzten Punkt. Du denkst, du hast keine Zeit um Yoga zu machen? Pusteblume. Ich erinnere dich gerne an den Satz: Hast du keine Zeit, dann musst du dir welche nehmen. Oder: Wenn du sagst du hast keine Zeit, dann liegt es nur daran, dass dir andere Dinge wichtiger sind.

Mir würden hier noch viele weitere Sprichwörter einfallen, aber ich denke, du verstehst, was ich dir damit sagen möchte. Dennoch ist mir sehr wohl bewusst, dass Zeit nicht immer gleich Zeit ist. Was machst du beispielsweise als Mama, wenn dein Mann erst spät abends von der Arbeit nach Hause kommt? Oder wenn du selbstständig bist und immer einen langen Arbeitstag hast? Wo bleibt da Zeit für einen Yogakurs?

Workshops

Genau darüber hatte ich mir viele Gedanken gemacht. Seit vielen Jahren gibt es ja bei uns schon Workshops, die samstags stattfinden. Das wäre die eine Möglichkeit, dich ein wenig mit Yoga vertraut zu machen.

Kompaktkurs

Die zweite Möglichkeit gibt es seit 2019 im Seminarzentrum: einen zertifizierten Yoga-Kompaktkurs. Dieser wird in der Regel von der Krankenkasse bezuschusst. Er findet entweder an zwei Samstagen oder an einem Wochenende (Sa+So) jeweils von 9.30 Uhr bis 17 Uhr statt. Hier lernst du die Grundkenntnisse für deine Yogapraxis kennen. Danach hast du einen Fahrplan, wie du auch zuhause Yoga üben kannst.

Der nächste Wochenendkurs „Yoga – für mehr innere Balance“ findet am Samstag, 26. März & Sonntag, 27. März 2022 , jeweils von 9.30 – 17 Uhr, statt.

Onlinekurs

Den Onlinekurs kannst du ganz bequem zuhause machen. Und wenn es mal zeitlich nicht funktioniert, dann schaust du dir einfach die Aufzeichnung an und „yogierst“ nach.

Mache dir auch bewusst, dass du ganz frei entscheiden kannst, wieviel Zeit du in Yoga, in dich, investieren möchtest und kannst. Wenn es täglich nur fünf Minuten sind, dann finde ich das schon wundervoll. Du kannst es auch variieren. Wenn zu genügend Zeit hast, machst du ein bisschen mehr. Ansonsten reichen auch ein paar Minuten. Frei nach dem Motto: Es ist vollkommen egal, wie lange du yogierst, du machst immer noch mehr als der, der gar nichts tut.

Fazit: Wenn du gerne Yoga machen möchtest, dann gönne dir diese Zeit. Plane so, wie es für dich am besten passt. Ein bisschen Yoga ist besser als gar keins.

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So, das waren meine 10 Yoga-Mythen, mit denen ich öfters in Kontakt komme. Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Artikel Yoga etwas näherbringen.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich sehr über einen Kommentar von dir freuen.

Liebe Grüsse, Silvia